"Erfunden" hat die legendäre Münchner
Wiesn ein Lohnkutscher der bayerischen Nationalgarde.
Er schlug vor, die Hochzeit von Ludwig von Bayern
und Prinzessin Therese mit einem grossen Pferderennen
zu feiern.
König
Max I. Joseph von Bayern war begeistert und richtet
am 17. Oktober 1810, fünf Tage nach der Hochzeit,
das Volksfest zum ersten Mal aus. Das Oktoberfest
fand auf einer Wiese statt, die der Prinzessin zu
Ehren in Theresienwiese benannt wurde.
Ein Jahr später waren sich alle einig - das Fest
sollte auch weiter stattfinden. Zunächst wurde
es vom landwirtschaftlichen Verein ausgerichtet. Deshalb
findet auch heute noch alle vier Jahre das Bayerische
Zentral- Landwirtschaftsfest im Südteil des Areals
statt.
1819 übernahmen dann die Münchner Stadtväter
die Organisation des Volksfestes. Und so ist es bis
heute geblieben.
| 1810
Das erste Oktoberfest war am 17.Oktober 1810 zu
Ehren der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und seiner
Braut Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. |
| 1835
Zur silbernen Hochzeit von König Ludwig I.
und Therese von Bayern findet, ehrenhalber, der
erste Trachten und Schützenumzug statt. |
| 1850
wird ein Teil der Ruhmeshalle und die "Wächterin
des Oktoberfest" enthüllt. Für
die Bayern ein Ereignis, dass freilich ordentlich
betrunken werden musste. |
| 1870
konnte man dann auch Gaudi haben, ohne Alkohol
trinken zu müssen. Das Gewerbe der Schausteller
entwickelte sich in Deutschland und fand seinen
Weg so auch schnell auf die Theresienwiese. |
| 1881
Eine weitere Tradition, die heute nicht mehr wegzudenken
ist, begründete sich 1881. Die erste Hendlbraterei
wurde eröffnet. Und der Gründer hiess:
Ammer, Josef Ammer. |
| 1896
Erst seit 1896 gibt es die Zelthallen auf
dem Münchner Oktoberfest. Bis dahin wurde
an sogenannten "Bierbuden" gezecht. |
| 1910
Rechtzeitig zum hundertsten "Geburtstag"
stellten sich die ersten Rekorde ein. 1910 wechselten
12.000 Hektoliter Bier den Besitzer. |
| 1922
Die Preise auf der Wiesn sind "nicht gerade
sehr günstig". Wer gar meint, sie seien
zu teuer, der kann jetzt staunen. 1922 kostete
die Mass 50,- Mark und ein Hendl 500,- Mark. Da
herrschte allerdings auch Inflation. |
| 1938
verschwindet das Pferderennen vom Münchner
Oktoberfest. Aus organisatorischen Gründen
wird in Zukunft darauf verzichtet. Nur einmal
noch, zum 150 Jährigen, findet 1960 ein traditionelles
Pferderennen statt. |
| 1950
"O zapft is!", dieser weltweit bekannte
Ausspruch kommt auf als der damalige Münchner
Oberbürgermeister Thomas Wimmer das erste
Fass anzapft. Damals mit der (Negativ)-Rekordzahl
von 17 Schlägen. Mit dem Anzapfen musste
er beim damaligen Schottenhamel-Wirt seine "Schuld
abarbeiten" (der Wirt hatte den zu spät
gekommenen OB beim Trampen in seiner Kutsche mitgenommen).
Mit diesen Worten wird fortan jede Wiesn eröffnet.
Also Prost! |
| 1980
ist das schwarze Jahr des Oktoberfest. Bei einem
Bombenanschlag sterben mehrere Menschen. Noch
heute erinnert eine Gedenktafel am Haupteingang
an das Attentat. |